Kindergarten wählen
Statt von gut und schlecht zu sprechen, sollte man über für mich und mein Kind passend beziehungsweise weniger passend reden. Dennoch gibt es Einrichtungen, die man meiden sollte. Nur wie finde ich das heraus? Und wie finde ich den besten Kindergarten für mein Kind? Hier die zehn wichtigsten Tips:
1. Mit Eltern reden
Auch wenn viele aus Höflichkeit nicht unverblümt ihre Meinung preisgeben werden, sind Hinweise der Eltern vielleicht die wichtigste Quelle für ehrliche und ansatzweise objektive Informationen.
2. Kinder beobachten
Auch wenn es sich hart anhört, aber man muss überlegen ob man sich die Kinder der Einrichtung als künftige Spielgefährten vorstellen kann, oder nicht. Die Kleinen lernen viel im Kindergarten, vor allem voneinander.
3. Kosten vergleichen
Die Unterschiede sind immens und vielleicht zerbricht man sich den Kopf über eine Entscheidung die man eigentlich mangels finanziellen Spielraums nicht hat. Fragen Sie auch nach Ermäßigung für Geschwister und zusätzlichen Kosten für Essen und Pflegemittel.
4. Sicherheit
Giftige Pflanzen im Garten, schlechte Einzäunung bei starker Verkehrsbelastung, steile Treppen, und so weiter. Kinder müssen lernen, mit Gefahren umzugehen, aber wenn Sie ein mulmiges Gefühl bei dem Umgang der Einrichtung mit offensichtlichen Gefahrenquellen haben, sprechen Sie das Thema auf jeden Fall an!
5. Öffnungszeiten
Wenn die Einrichtung in den Ferien ersatzlos geschlossen ist und sie nicht zufällig im Lehramt beschäftigt sind, haben Sie unter Umständen ein Problem. Ebenso müssen natürlich Öffnungs- und Abholzeiten mit dem Beruf vereinbar sein. Fragen Sie auch ruhig nach der Flexibilität bei der Handhabung.
6. Ernährung
Wenn Sie Wert auf gesunde Ernährung legen, sollten Sie die Speisekarte in Augenschein nehmen. Wenn sie nicht aushängt, ist dies kein gutes Zeichen.
7. Eindruck der Erzieher
Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass es für die Betreuer wichtiger ist gut mit Kinder zu können als mit Eltern.
8. Einsatz moderner Konzepte
Spielzeugfreie Wochen, Waldpädagogik und Fremdsprachenförderung von Muttersprachlern sind nicht notwendig für ein gutes Haus, noch sind es die vielen anderen pädagogischen Innovationen, aber sie sind ein Hinweis, dass man sich Gedanken und Mühe macht. Ob es sich um Aktionismus oder bloß leere Worthülsen handelt, finden Sie schnell im Gespräch mit den Erziehern heraus.
9. Hinfahrt und Entfernung
Was können Sie alles mit Ihrem Kind in den vierzig Minuten unternehmen, die Sie vielleicht durch die Wahl einer näher gelegenen Einrichtung sparen? Dabei ist das nicht das wichtigste Argument für die Wohnortnähe. Kinder lernen im Kindergarten Freunde kennen. Wenn diese für das Kind, auch das etwas ältere Kind, unerreichbar weit weg wohnen, so ist das spontane Treffen und Spielen nicht möglich, wie es eben Kinder nun mal tun. Vergessen Sie es, wenn Sie meinen das mit dem Auto und Terminkalender ausgleichen zu können, so funktionieren Kinder nicht.
10. Mitarbeiten oder nicht?
Manche Einrichtungen leben von der aktiven Mithilfe der Eltern. Wenn Sie das nicht mögen oder können, so ist es konfliktfreier und empfehlenswert sich nach Alternativen umzusehen. Denken Sie jedoch daran, dass aktive Mitarbeit auch oft Mitgestalten bedeutet und Ihnen einen tiefen Einblick in den vielleicht größten Tagesteil Ihres Kindes ermöglicht.
In welchem Ausmaß Ihr Mitwirken möglich beziehungsweise nötig ist, hängt nicht unbedingt vom pädagogischen Konzept und Träger ab, sondern variiert stark von Einrichtung zu Einrichtung.
Bilder: sunny33, Rainer-Sturm, www.pixelio.de. Vielen Dank.